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Der Betreiber dieser Webseite ist der hoch-engagierte Martin Mitchell
in Australien (ein ehemaliges “Heimkind” in kirchlichen Heimen im
damaligen West-Deutschland)
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(
20.08.2003 )
Ein
weiterer von Bethel gelöschter Beitrag von Martin Mitchell aus
Australien (Bethel Gästebuch 4.8.2003, 02:23:32)
Martin
Mitchell aus Australien in Antwort auf drei Beiträge von Jens W.
Schulte, vor kurzem, im Bethel Gästebuch. Erstens: vom
24.7.2003, 20:43:42; Zweitens: 26.7.2003, 17:08:50; Drittens:
2.8.2003, 18:05:20.
Zwei dieser drei Beiträge von Jens
sind für mich, Martin Mitchell, dessen tägliche Sprache
heutzutage nicht Deutsch ist, schwer zu verstehen, und ich hoffe sie
deshalb nicht misverstanden zu haben.
Die Aussage von Jens
betreffs der ehemaligen zu Bethel gehörenden
[Zwangs]Fürsorgeerziehungseinrichtung, Anstalt Freistatt (im
Hannoverschen), jetzt "Diakonie Freistatt" genannt. "So
schlimm [wie es damals scheint gewesen zu sein] kann’s nicht
mehr werden. Es ist viel in Freistatt dazu gekommen.", verstehe
ich völlig; und, daß "viel in Freistatt seit 1960
dazugekommen [ist]", wird überhaupt nicht von mir geleugnet
oder abgelehnt.
Ob Jens von eigener Erfahrung spricht, ist mir
aber nicht klar. Auch ist es mir bis heute nicht klar, wann diese
"schlimmen" Zustände (gefängnisartige
Verhältnisse!) und solche Handhaben wie Zwang, Gewalt und
Schikanerie, in Freistatt, wirklich aufhörten, und die Kinder
und Jugendlichen die dort eingesperrt waren, für ihre schwere
Arbeit im Moor, zum ersten mal entsprechend entlohnt wurden. Auch das
geht nämlich nicht von den jeweiligen Betheleigenen
Jubiläumsbroshüren hervor.
Psychiater oder
Psychologen (und, solchen den man wirklich hätte vertrauen
können), gab es in Freistatt, bis vor kurzem, zu keiner Zeit,
auch keine geschulten Pädagogen. Und, die Behauptung von
"Arbeitstherapie", was Freistatt betrifft, zu damaligen
Zeiten, wird selbst von Bethel nicht erhoben. Freistatt im
Wietingsmoor ist nicht mit Bethel bei Bielefeld zu verwechseln, wo
nur Kranke behandelt wurden (und heute noch werden).
Das um
1899 gegründete Freistatt im Wietingsmoor, *auch für viele
Jahrzehnte nach dem Zweiten Welkrieg*, war mehr ähnlich
dem ca 70 km von Freistatt entfernten, im Dritten Reich (September
1934) gegründeten, bremischen Arbeitszwangslager Teufelsmoor,
von dem wahrheitsgetreu berichtet wird . . .
"Daß
gerade im Teufelsmoor das bremische Arbeitszwangslager gegründet
wurde, erklärt sich damit, daß hier die besten
Möglichkeiten gegeben waren, um alle [deutschen] Zwangsarbeiter
zu produktiver Arbeit heranzuziehen. Das Gelände, auf dem das
Lager errichtet wurde, hat direkte Verbindung mit dem einer
Torfgewinnungsgesellschaft, der „Turba“ Torfindustrie G.
m. b. H., die ein ausgedehntes Moorgebiet und entsprechende
Fabrikanlagen im Teufelsmoor besitzt. Die „Turba“
betreibt die Gewinnung und Verarbeitung von Torf und hat im Rahmen
des Vierjahresplanes wichtige Aufgaben zu erfüllen und zwar
sowohl für die Landwirtschaft als auch für die Wehrmacht.
Außerdem ist das Werk nicht unwesentlich am deutschen
Exportgeschäft beteiligt. Wie hoch diese Arbeiten bewertet
werden, erhellt am besten daraus, daß die „Turba“
staatliche Genehmigung zur Einstellung *ausländischer* Arbeiter
erhalten hat, als sich die Arbeitslosigkeit im Laufe der letzten
Jahre in einen Arbeitermangel wandelte. Man darf es daher wohl als
eine ebenso zweckmäßige wie weitschauende Maßnahme
bezeichnen, daß die [deutschen] Insassen des bremischen
Arbeitszwangslagers von Anfang an auf Grund vertraglicher Abmachungen
mit der „Turba“ diese wertschaffende Arbeit im Torfwerk
geleistet haben. [ . . . ]"
"Die Art der im
Teufelsmoor von den Lagerinsassen zu leistenden Arbeit unterscheidet
dieses Lager von den sonst üblichen geschlossenen Arbeitshäusern
und –anstalten. Die bremischen [deutschen] Zwangsarbeiter haben
täglich anstrengende körperliche Arbeit im Freien von
durchschnittlich zehnstündiger Dauer auszuführen, wobei auf
größtmögliche Arbeitsleistung besonders geachtet
wird. Das Arbeitspensum ist vorgeschrieben und wird kontrolliert. [ .
. . ]"
Bei Gründung des Arbeitszwangslagers
Teufelsmoor wurden von der Behörde für Wohlfahrt und
Versicherungswesen . . . einer massiven Baracke für die Insassen
[hinzugefügt]. [ . . . ] [ . . . ] ist die Behörde für
Wohlfaht und Versicherungswesen zuständig. Anträge von den
bremischen Dienststellen (Fürsorgeamt, Jugendamt) werden auf
besonderen Formularen eingerichtet. [ . . . ]"
"Das
Arbeitszwangslager Teufelsmoor wird seiner besonderen Vorzüge
wegen seit Jahren auch von anderen Städten beschickt. [ . . . ]"
(Wohlfahrtsblatt DER FREIEN HANSESTADT BREMEN Amtliches Organ der
bremischen Wohlfahrtsbehörde, Volumen 10, Seite 1-8, 9.
Jahrgang, Nummer 4, Bremem, Dezember 1938).
In keiner
Betheleignen Publikation werden *die wirklichen Zustände und
Tatsachen* wie sie zu irgeneiner damaligen Zeit in den Freistätter
Mooranstalten existierten ausführlich und mit Genauigkeit, und
ohne Verschönerung, beschrieben. Auch kann man nicht so einfach
in Bethel Archiven darüber recherechieren, obwohl die Beweise
dafür, falls sie nicht vernichtet worden sind, bestimmt dort
existieren und erhalten bleiben.
Ich habe es auch von einer
quasi-offiziellen Stelle, daß, was „Fürsorge-Zöglinge“
betrifft, "Bethel z. B. weigert sich bis heute, seine
Anstaltsgeschichte kritisch aufarbeiten zu lassen oder sogar selbst
aufzuarbeiten." (eine Angabe die vor vier Monaten, im April
2003, gemacht wurde).
Auch die jetzige Direktion der v.
Bodelschwinghschen Anstalten Bethel, der Verwaltungsrat oder Vorstand
selbst, darf hierzu Stellung nehmen. "Diakonie Freistatt"
gehört ja auch immer noch zu Bethel (bei Bielefeld); es ist also
kein eigenständiges Wirtschaftsunternehmen. Verantwortlichkeit
liegt bei Bethel.
Martin Mitchell (Freizeit Historiker und
Forscher, Adelaide, Australien)
[
Erstveröffentlichung auf dieser Webseite: 20. August 2003 ]
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